Die Rolle des menschlichen WachstumshormonsDas Wachstumshormon spielt eine zentrale Rolle für den Wachstumsprozess und die Reife vom Kind zum Erwachsenen. Außerdem reguliert es ein Leben lang eine Reihe von Stoffwechselprozessen. Ein Wachstumshormonmangel tritt auf, wenn die Hirnanhangdrüse nicht fähig ist, eine genügende Menge des Wachstumshormons zu produzieren oder auszuschütten.
Der Wachstumshormonmangel lässt sich in drei Kategorien einteilen:
Angeboren: Verursacht durch Probleme der Hirnanhangdrüse oder des Hypothalamus während der Entwicklung des Fötus
Erworben: Verursacht durch eine Schädigung der Hirnanhangdrüse oder des Hypothalamus durch einen Tumor, eine schwere Schädelverletzung oder eine Infektion, beispielsweise Meningitis oder Enzephalitis
Idiopathisch: Ohne erkennbare Ursache
Wachstumshormonmangel bei Erwachsenen
Vom Wachstumsmangel sind nicht nur Kinder betroffen – er kann auch für Erwachsene ein Problem darstellen. Bis vor kurzem wusste man nichts über die Auswirkungen des Wachstumshormonmangels auf Erwachsene. Inzwischen ist der Mangel an Wachstumshormonen bei Erwachsenen als spezifisches klinisches Syndrom mit zahlreichen physiologischen Konsequenzen erkannt, u.a. mit Auswirkungen auf:
Körperzusammensetzung, einschliesslich zentraler Adipositas
Lipide im Blut
Muskelstärke
Knochenzusammensetzung
Energie und Fähigkeit, Sport zu treiben
Herzkreislauf-Risiko
Seelisches Wohlbefinden
Bei Erwachsenen kann ein Wachstumshormonmangel z.B. auf einen Hypophysentumor zurückzuführen sein. Es kann auch das Ergebnis eines chirurgischen Eingriffs oder einer Bestrahlung sein, um einen solchen Tumor zu beseitigen. In seltenen Fällen lässt sich ein Wachstumshormonmangel bei Erwachsenen auf einen entsprechenden Mangel in der Kindheit zurückführen.
Bei Erwachsenen sind die Anzeichen für einen Wachstumshormonmangel weniger deutlich als bei Kindern. Sie können eine Reihe psychologischer Symptome, beispielsweise Depressionen, Angstzustände, Gedächtnisschwund und soziale Isolation, sowie physiologische Probleme wie allgemeine Schwäche, Antriebsarmut, leichte Ermüdbarkeit und Gewichtszunahme umfassen.