Krebs ist in den Industrieländern nach den Herz-/Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Trotz der Fortschritte beim Screening, der Aufklärung und der Früherkennung steigt die Zahl der Krebserkrankungen weltweit an. Aufgrund der Zunahme der alternden Bevölkerung mit einem höheren Krebsrisiko wird sich dieser Trend vermutlich fortsetzen. Mit 2,6 Millionen neuen Krebserkrankungen, die jährlich in Europa und den USA diagnostiziert werden, bleibt Krebs auch weiterhin ein Bereich mit hohen Therapiedefiziten.
Das Kolorektalkarzinom (KRK), auch als Dickdarmkarzinom oder Darmkrebs bezeichnet, steht sowohl bei Männern (nach Lungen-, Magen- und Leberkrebs) als auch bei Frauen (nach Brust-, Lungen- und Magenkrebs) an vierter Stelle als Ursache für den Krebstod [1]. Weltweit sterben an diesem Krebs pro Jahr rund 529'000 Menschen [2]. In der Schweiz beträgt die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen rund 4'000 und ungefähr 1'600 Personen versterben pro Jahr an Darmkrebs [3].
Im Frühstadium der Erkrankung (vor Metastasenbildung) kann ein chirurgischer Eingriff ausreichend sein für eine Heilung. Da die Symptome jedoch häufig nicht klar erkennbar sind, wird Darmkrebs oft erst in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert (nach der Bildung von Metastasen).
Das Kolorektalkarzinom im Überblick:
Als Kolonkarzinome werden Tumore im Dickdarm bezeichnet; Krebs im Enddarm (Mastdarm) als Rektumkarzinom. Beide Krebsarten werden unter dem Begriff Kolorektalkarzinome (KRK) zusammengefasst. Metastasen entstehen häufig in den benachbarten Lymphknoten und in der Leber.
KRK ist weltweit das vierthäufigste Malignom [1] und auf dem europäischen Kontinent für die meisten der durch Krebs verursachten Todesfälle verantwortlich [4], aber der Öffentlichkeit sind die möglichen Symptome (z.B. Durchfall und/oder Verstopfung im Wechsel, Bauchschmerzen, Blut im Stuhl) nur wenig bekannt. Nur 44 % der Bevölkerung können ein KRK-Symptom nennen [5]. Viele Personen mit Dickdarmkrebs haben keine Symptome, bis die Erkrankung fortgeschritten ist. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen hilfreich für die Früherkennung (
http://www.cancer.net/patient/cancer+types/colorectal+cancer).
Die Erkennung der wichtigsten Symptome wie unregelmässige Stuhlgänge und Blut im Stuhl sind wichtig für eine Diagnose der Erkrankung im Frühstadium. In diesem Stadium sind die Heilungschancen wesentlich grösser als im fortgeschrittenen Stadium, wenn der Krebs sich bereits ausgebreitet hat.
Übergewicht, Rauchen und übermässiger Alkoholkonsum, chronische Darmentzündungen und Darmkrebserkrankungen in der Familie sowie das Alter gelten als wichtigste Risikofaktoren.
- Im Durchschnitt treten über 90% der KRK-Fälle nach dem 50. Lebensjahr auf. In der Schweiz ist seit etwa 25 Jahren das Erkrankungsrisiko bei Männern mit 60 Fällen auf 100'000 männliche Einwohner etwas höher als bei Frauen (40 auf 100'000 Frauen). Das Durchschnittsalter bei Erkrankungen liegt bei etwa 70 Jahren (www.krebsregister.ch).
- Bei der Diagnose zeigen rund 25% der Patienten bereits Metastasen (www.krebsregister.ch) und haben eine5-Jahres-Überlebensrate von 5% (www.swisscancer.ch). Die Hälfte der Patienten, bei denen KRK neu diagnostiziert wurde, werden an der Krankheit sterben [6].